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Montag, 4. Juni 2007

Rock im Park 2007

Seit Jahren war ich immer wieder kurz davor, hin zu gehen. Seit Jahren waren entweder zu wenig Bands dabei, die mich interessiert haben, kam etwas dazwischen oder war das Ticket einfach zu teuer. Doch dieses Jahr habe ich bereits im Februar die 108 € auf den Tisch gelegt und es stand also fest, dass dieses Jahr meine persönliche RIP-Premiere kommen sollte.

Ich habe zwar wenigstens auf heute 10 Stunden geschlafen, fühle mich aber dennoch ziemlich gerädert. Aber ich bin glücklich. Und RIP 2008 wird mich aller Wahrscheinlichkeit nach als Gast begrüßen dürfen.

Freitag, 01.06.07
Nachdem ich nach meiner Rückkehr aus Waldmünchen, wo ich ein Seminar besucht hatte, gerade einmal eine halbe Stunde Zeit hatte, um meine Freunde vom Bahnhof abzuholen, sie in meinem Zimmer einzuquartieren und anschließend völlig überstürzt (ohne geeignetes Schuhwerk, ohne Regenjacke und Getränke) in die Stadt zu fahren. Gegen 15:00 konnten wir nach halbstündigem Anstehen für Armbänder und Abtastung zur Centerstage pilgern. Revolverheld konnten die Menge nicht wirklich begeistern, und es hat vermutlich auch dem Wettergott nicht gefallen: Mit dem Schlussakkord setzte Platzregen ein. Binnen Minuten waren zehntausende Menschen durchnässt, es sei denn sie hatten ein rosarotes T-Online Regencape ergattert. Zu diesen Glücklichen gehörte ich aber nicht. Unterstände waren ebenfalls Mangelware, und so trocknete mein Hemd dann während der Riffs von Good Charlotte. Lange wartete die Menge dann auf Velvet Revolver, eine Band die leider relativ wenige zu kennen scheinen. Doch als Frontmann Scott Weiland nach halbstündiger Verspätung im Wintermantel die Bühne enterte, riss der klassische Hardrock der Gruppe viele mit sich. Ich jedenfalls sprang sprichwörtlich im Dreieck. Als wir gerade relativ trocken waren, setze starker Nieselregen ein - meine Clique teilte sich auf, die einen warteten in der dampfenden Zuschauermasse auf Korn, ein Kumpel und ich selbst verzogen uns in die überdachte Clubstage, wo es erstaunlich warm war. Der Höhepunkt am Freitag waren dann zweifelsfrei die Ärzte. Im Gegensatz zu den englischen und amerikanischen Bands hatten sie natürlich keine Probleme, das Publikum angemessen zu stimulieren. Jeder konnte wenigstens ein paar der unzähligen Ärzte-Songs auswendig, und so war es gigantisch, ca. 50.000 Menschen gleichzeitig "Arschloch" schreien zu hören. Im Vergleich dazu mussten Wir sind Helden leider den kürzeren ziehen. Die kompliziertere Lyrik und der meiner Meinung nach nicht wirklich massentaugliche Stil verhinderten eine Masseneuphorie wie bei den Ärzten. Jedoch nahm ich beeindruckt zur Kenntnis, das Judith Holofernes anscheinend an ihrem Gesang gearbeitet hat - vielleicht hat auch die Lautstärke Unzulänglichkeiten verdeckt - es waren viel weniger Abstürze und schiefe Töne als beim WsH-Konzert 2005 in Erlangen. Gegen 1:00 marschierten wir durch Müll und Matsch in Richtung Bus.

Samstag, 02.06.07
Am Samstag interessierte uns zu erst Billy Talent. Nach wenigstens acht Stunden Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück stürzten wir uns also nachmittags in die Menge. Irgendjemand, ich weiß nicht mehr wer, wollte unbedingt möglichst weit nach vorne. Und so standen wir also pünktlich zu den ersten Tönen kurz vor dem Wellenbrecher. Es war der helle Wahnsinn. Wenn ca. 1000 Menschen um einen herum gleichzeitig eine Pogo-Attacke starten, kann man sich nicht wirklich wehren. Ich wollte es auch nicht mehr. Folglich schwamm ich volle eineinhalb Stunden auf der Menschenmenge, manchmal auch beinahe unter ihr. Man muss schon höllisch aufpassen, nicht unter die Füße zu kommen. Überraschend dann auch die Hilfsbereitschaft. Während die Crowd-Diver bedingungslos getragen wurden (von einigen Abstürzen mal abgesehen), bekamen die Gefallenen sofort mindestens eine Hand gereicht. Trotzdem grenzt es an ein Wunder, dass meine Brille noch heil ist und auch sonst nichts Großes passiert ist. Aber ich hatte genug von Pogo und so ordneten wir uns nach einer kurzen Trinkpause (Alle Getränke 3,30 € + 1 € Pfand!) etwas weiter hinten ein. Endlich sollte mein persönliches Highlight kommen: Muse. Man könnte sagen: Sie kamen, spielten und gingen. Wie auf den Alben von Muse ließen sie auch Live keine Sekunde Verschnaufspause. Das erste Lied war "Knights of Cydonia" und bereits nach wenigen Akkorden war ich im siebten Himmel. Die Bässe und Gitarrenriffs durchdrangen meinen Körper, mein Herz sackte fast in die Hose - unbeschreibbar. Wie kann man live nur so perfekt, so kristallklar und gewaltig spielen? Es steht fest: Ich werde Muse-Groupie!
Alles nach Muse war zwar nicht schlecht, aber eben nicht Muse. Linkin Park konnten mich mit ihrem halbstündig verzögerten Auftritt, der dann nur eine dreiviertel Stunde dauerte, nicht mehr vom Hocker reißen. Er war nicht übel, aber nicht außergewöhnlich. Lobend zu erwähnen ist, das Chester Bennigton die Kreischerei zugunsten von mehr Gesang eingeschränkt hat. Gut so! Enttäuschend dann das 2Late-Night-Sepcial" Evanescence um 1:00 Uhr. Amy Lee kommt live nie und nimmer an die Plattenversion ran, und so konnte ich mich nicht in die Musik hineinsteigern. Erst nach dem dritten Song kam etwas Stimmung auf, obwohl die Frontfrau wirklich alles gab - aber es war nicht genug. Und für so etwas kamen wir erst um 5:00 nach Hause!

Sonntag, 03.06.07
Der Sonntag war sicherlich der schwächste Tag des Festivals. Im Prinzip sind wir nur wegen Papa Roach und den Beatsteaks aufgestanden. Als wir dann pünktlich bei der Alternastage waren, konnten Papa Roach wegen Stimmverlust nicht auftreten. Super! Zwei Stunden warten auf die Beatsteaks. dazwischen spielten zwar die kaiser Chiefs und Mando Diao. Aber Erstens hören die sich für mich sehr gleich an und Zweitens mag ich diese Musik nicht. Um 20:00 machten endlich die Beatsteaks Furore. Sie waren erwartungsgemäß gut und hatten das Publikum im Griff: - "Kniet euch hin!" Und die Menge tat es. - Jedoch waren mir zu wenig Songs geläufig, weshalb ich leider nicht mitjohlen konnte. Dafür sprang ich umso höher. Vielleicht hätten wir uns die Smashing Pumpkins anhören sollen, aber die kannte nun wirklich keiner. Also fuhren wir nach Hause, tranken ein Bier und fanden gegen1:00 endlich einen langen, erholsamen Schlaf.



Sonntag, 11. März 2007

The Best Of Both Worlds - Van Halen

Musikalisch halte ich mich derzeit vorallem in den 80ern auf. Das hat auch seinen Grund: In Sachen Rock finden sich da schon eine Menge sehr guter Acts. Herrausragend ist Van Halen. Vom Namen her eher unbekannt (für mich), aber für einige Stücke, die jeder kennt, verdientermaßen in der Hall of Rock 'n' Roll.



The Best Of Both Worlds ist das bisher letzte (Doppel-)album von Van Halen. Es umfasst so ziemlich alle großen Hits und drei neue Tracks. Der Name erschließt sich durch die zwei Sänger, die die Band hatte, die zwei Stile vertreten sollen. Konstant waren lediglich die namensgebenden Brüder Edward und Alex Van Halen, gebürtige Niederländer, an Gitarre und Schlagzeug. Anscheinend gab es sogar noch einen dritten Sänger, weshalb der Name des Albums bei manchen Fans auf Unmut stieß. Aber ich habe Van Halen erst vor kurzem entdeckt und gebe mich mit dem Album und seinem Titel zufrieden, auch wenn ich die "zwei Welten" nicht so ganz heraushören kann.

Die erste CD beginnt mit dem Gitarrensolo "Eruption", angeblich das beste der Welt, gespielt vom besten Gitarristen der Welt, Edward van Halen. Ob das nun Fanhybris ist oder nicht, für mich hört es sich gigantisch an. Irrsinnig schnelle Riffs, Sprünge von Tief nach Hoch und von Langsam nach Schnell - wohl das abwechslungsreichste Gitarrenstück, dass ich kenne. Weiter geht es mit It's About Time", einem neueren Stück. Es kommt wesentlich härter daher als bekannte Van Halen Songs wie zum Beispiel "Jump". Der wunderbar dreckige, rauhe Gesang vermischt sich zunächst nicht mit der Instrumentalisierung, sondern kontrasitert sie eher. Erst zur Mitte des Songs löst sich das Ganze in Harmonie auf, um dann sofort wieder mit voller gespalten zu werden. "Up for Breakfast" ist schon merklich moderner. Die Vocals erinnern stellenweise an Tom Jones und sind mehr gesprochen als gesungen. "Panama" überzeugt in der Live-Version. Unbeschreibliche und unvorhersehbare Wechsel im Rhythmus, grandioses Schlagwerk, dass sich hier der Gitarre unterordnet. Absolut geeignet für ein Open-Air, bei dem alle mitgrölen können. Nur Schade, dass es Van Halen schon lange zu keiner Tour oder auch nur einem Konzert gebracht haben. Man hör, dass Eddy derzeit auf Entzug ist, mal wieder. Und natürlich sind auch Van Halen mittlerweile über 50. Aber ich würde zu Gerne ein Konzert erleben.

Montag, 5. März 2007

One Way Ticket to Hell And Back - The Darkness

Ich habe mir überlegt, auch mal meinen Musikgeschmack zu präsentieren. Das ganze werde ich in Form von kleinen Rezensionen tun.

Den Anfang macht das Album "One Way Ticket to Hell And Back" von The Darkness.



Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Und so ist Glamrock sicherlich nicht jedermanns Sache. The Darkness machen vollkommen gestörten, kitschigen, alle stilistischen Regeln verachtenden Rock. Und genau das gefällt mir an Ihnen. So beginnt etwa der Namensgebende Track mit einem Männerchor und sphärischem Panflötenklang. Ein kurzes Forte wird sofort wieder zurückgenommen, und schon erklingen Gitarrenriffs und ordentlich Drums. Bald mischt sich auch Sänger Justin Hawkins mit seinem Gekreische ein. Obwohl Gekreische eigentlich falsch ist. Er singt nämlich nicht schlecht, "kreischt" also gekonnt. Es passt einfach, und ich kann mir nichts anderes zu den Klängen der Band vorstellen. Epochal kann man The Darkness wohl überall zwischen 1970 und heute einordnen. Der zweite Track "Knockers" beginnt meiner Meinung nach sehr Queen-like und steigert sich zu einer gigantischen Wohlfühlhymne. Doch manchmal übernimmt der Kitsch wirklich die Oberhand, so etwa in "Hazel Eyes". Das ganze Lied ist von ostasiatisch anmutenden Einspielungen auf Synthesizern geprägt, die zuweilen leider wirklich nerven. Aber es passt eigentlich auch zum Titel, mit "Hazel Eyes" werden die Frauen aus Ostasien lobgepriesen. Das beste Stück auf der Platte ist aber "Bald", eine tempomäßig wie Instrumental abwechslungsreiche Rockbalade, die sich wunderbar steigert, verharrt, nochmal steigert und förmlich explodiert, bevor sie langsam verhallt.
Alles in allem ist OWTTHAB ein famoses Album, ein wahrer Paukenschlag und ein lautstarkes Fest für die Ohren. Größter Nachteil dieses einstündigen Feuerwerks ist, dass man nach dieser Stunde einfach genug hat. Ich hab die Platte einmal zweimal hintereinander im Auto laufen lassen. Abgesehen von den Auswirkungen auf meinen Fahrstil (zum Glück waren keine Bltizer auf der Strecke) war ich danach echt fertig und hab das Autoradio komplett ausgeschalten.
Wie ich auf Laut.de lesen musste, ist der bisherige Frontmann leider ausgestiegen. Ich kann nur hoffen, dass es mit The Darkness irgendwie weitergeht - Live müssen die wirklich der Hammer sein. Bisher hatte ich leider nicht die Gelegenheit, und es wäre schade, wenn es nicht mehr zu einem Konzertbesuch kommt.