Mittwoch, 13. Juni 2007
Reingefallen?
Nun, vielleicht bin ich PIs Propaganda aufgesessen. Zwar bleibt es auch nach neuen Erkenntnissen dabei, dass Girodano den Moscheebau aus komplett unsinnigen Gründen ablehnt. Für ihn ist die Integration gescheitert, und eine Moschee in Ehrenfeld würde das Gegenteil ausdrücken. Interessante Denkweise, kann ich auch: Der Radsport an sich ist schlecht, und eine Tour de France, auch eine saubere, wäre ja ein gegenteiliges Signal.
Beruhigend ist aber, dass er komischerweise nicht vor gemeinsamer Sache mit PI zurückschreckt, sich aber immerhin nicht von Pro Köln benutzten lassen will:Dass er aber mit den Rechtspopulisten keine gemeinsame Sache machen wird, hatte Giordano auf die ihm eigene deutliche Art klargestellt: Pro Köln sei die "lokale zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus", die wenn sie könnten, wie sie wollten, "ihn in eine Gaskammer stecken" würden. Auch nach einer Strafanzeige von Pro Köln wegen dieser Äußerung wird er nicht müde, sie zu wiederholen. Er werde nicht zurückweichen und sehe "dem Prozess im Gegenteil mit freudiger Erregung entgegen", sagt Giordano zu SPIEGEL ONLINE. Puuh, gerade nochmal die Kurve gekriegt. Aber eigentlich inkonsequent, wenn schon rechts populistisch, dann aber doch bitte richtig. Warum differenziert er nur zwischen PI und Pro Köln? Tja, weil auch PI neuerdings zu Pro Köln Abstand hält. Das verwundert mich nun schon sehr. Aber auch das ist logisch, wenn man genau hinsieht: Mit Ralph Giordano hat PI einen aner- und bekannten Intellektuellen - mit dem lässt sich besser werben als mit einer als rechtspopulistisch bekannten Bürgerinitiative.
Nun, was bleibt? Ralph Giordano kann ich noch nicht so ganz durchschauen. Mal klingt er wie Stefan Herre und Konsorten, wenn er polemisch von "Pinguinen" spricht und dabei Burkaträgerinnen meint. Dann sieht es wieder so aus, als teile er "nur" die allgemeine Phobie vor dem Islam. Und das beunruhigt mich noch mehr.
Sonntag, 10. Juni 2007
Bye Bye, PI
Im Orwell’schen Zeitalter, wo Islam Frieden und Unwissenheit Stärke ist, darf es etwas wie PI natürlich nicht geben. Und obwohl der Eintrag auf Wikepedia wirklich nicht positiv war, fiel er nun der PC-Zensur zum Opfer. Es könnte ja schließlich trotzdem jemand bei uns hängenbleiben und Dinge erfahren, die er nicht zu wissen braucht.
Interessant ist, dass Beate Klein gleich mit der Orwell-Keule kommt - eigentlich ist das genau die Art von Schreibe, die der rechtsgerichtete Blog ständig allen linken "Gutmenschen" vorwirft, nämlich: das unsereins immer gleich alle über einen Kamm schere und behaupte Pi sei "rechtsextrem und rassistisch". Da sollte Herr Herre erst mal vor seiner eigenen Türe kehren. Aber darum geht es ja nicht, weder bei PI noch sonst wo in dieser Debatte.
Fakt ist, dass man gerne den Islam kritisieren darf. Das auch der Watchblog Islamophobie und andere oft genug auf Missstände hinweisen. Allerdings auf sachliche, politisch korrekte Art und Weise. Bei PI ist der Name Programm. Politisch Inkorrekt heißt hier: Polemik, Recherchequalität wie bei BILD und dazu eine Prise rechtsextremer oder rassistischer Stammtischparolen. Und das macht PI zu einer bekämpfenwerten Postille, die manchmal an die Publikation des Julius S. aus Nürnberg erinnert (Womit ich auch mit einer bestimmten Keule auf PI eindresche...). Also finden wir hier einen trifftigen Grund, PI aus der Wikipedia zu löschen.
Aber:
Hätte man PI nicht vielleicht lieber "für sich" sprechen lassen sollen? Ist es nicht so, dass die allermeisten Leser über kurz oder lang merken, was PI wirklich ist? Insofern könnte die Wikipedia aufklären. Und außerdem: Muss man nicht auch solche Meinungen tolerieren oder zumindest zu Wort kommen lassen? Meinungsfreiheit?
Nein, im Falle von Pi nicht. Ein guter Spruch besagt: "Keine Toleranz den Intoleranten". PI nämlich gibt dem Islam, einer gewaltigen Gruppe von Menschen, keine Chance und setzt sich für Null-Toleranz ein. Im Gegensatz dazu sprechen die meisten Anti-Pi-Blogger Stefan Herre und Co. nicht das Existenzrecht ab, während Autoren von der Qualität einer Gudrun Eussner nur zu gerne alle "Gutmenschen" beseitigen oder zumindest mundtot machen würde. Schließlich würde ich aus meinem begrenzten juristischen Wissen heraus noch wie folgt argumentieren: Verleumdung -
Die Verleumdung ist in § 187 StGB folgendermaßen definiert:„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“- und Volksverhetzung -
Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs: Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.- sind vom Recht auf Meinungsfreiheit nicht abgedeckt. Punkt.
Pi hat kein Recht, ein Medium in Anspruch zu nehmen, dessen Grundsätze es bekämpft.
Dienstag, 8. Mai 2007
Das Duell
Nun, ich muss gestehen: Ulfkotte hat bezüglich der Söder-/Stoiberschen Erpressungsversuche an die Adresse Köhlers eine passable Auffassung, auch wenn er natürlich gleich damit kam, "dass es bei einem Rechtsextremisten ganz anders gelaufen wäre".
Man sollte meinen, mit dem Thema "Islamisierung" sollte Ulfkotte eine ideale Propagandasendung für seine entstehende antiislamistische Partei gefunden haben. Doch Heiner Bremer lies es so weit nicht kommen, und Udolein kam auch ganz von allein in Erklärungsnöte:
(ab Minute 20: Ulfkotte kennt gar kein Schwimmbad mit "Muslimtag", an dem keine Deutschen rein dürfen!)
Das Video habe ich übrigens bei Pi gefunden - komisch das die so eine Blamage verlinken. Naja, immerhin ehrlich, jedenfalls in diesem Fall.
Später sagt Ulfkotte auch "laut und deutlich" (39:33), dass er "keine Stadteile mit vielen Muslimen" haben möchte. Er ist also, um es mit anderen Woren zu sagen, gegen eine "Überfremdung"......mh, komisch, irgendeine Partei bentzt dieses Wort doch schon? Ah, ja: Hier.
Alles in allem kann ich nur hoffen, dass sich der Ulfkotte noch öfters derart darstellt. Denn dann sind wir ihn bald los.
Mittwoch, 2. Mai 2007
Selektive Wahrnehmung
Vielleicht ist es aber auch nicht komisch, sondern schlichtweg normal für Pi.
Montag, 30. April 2007
Eine unheilige Allianz
Noch klatschen die Neonazis nur Beifall, dass ihnen jemand aus der Seele spricht. Wann werden sie "Pax Europa" beitreten? Und ich bin gespannt, ob sich diese junge Partei, die ja Großes vorhat, der Verlockung erwehren kann, die das rechte Mitgliederpotenzial darstellen muss.
Beunruhigend: Unter "Referenzen" auf Ulfkottes Homepage steht auch die Friedrich-Ebert-Stiftung - ich hoffe, das wird bald behoben!
Dienstag, 24. April 2007
Lug' und Trug
Nach Institutsangaben pendelte die Zahl der Übertritte vor dem 11. September im Jahr zwischen 250 und 300. Danach stieg sie auf über 800, im Jahr 2005 wurde mit 1152 eine erste Höchstmarke erreicht. Die Daten für 2006 sollen demnächst veröffentlicht werden, doch ein Mitarbeiter des Instituts deutet einen gewaltigen Anstieg an: 2005 habe es insgesamt etwa 13000 deutschstämmige Muslime gegeben - 2006 müsse man mit etwa 18 000 rechnen.Tja, was aber wenn aus den Zahlen nicht Fakten sprechen, sondern Interessen? Dann sind hier einige Medien jemandem gehörig auf den Leim gegangen. Das hat glücklicherweise ein Journalist der Zeit herausgefunden, der seine Recherchequelle wohl überprüft hat, anstatt alles ungeprüft abzutippen:
Die Artikel konnten sich alle auf eine scheinbar seriöse Quelle berufen: eine Untersuchung des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland im westfälischen Soest. Die Studie wurde immerhin mit Geld des Bundesinnenministeriums finanziert. Ressortchef Wolfgang Schäuble äußerte sein Unbehagen an der neuen Koranbegeisterung mancher Deutschen. Die »wachsende Zahl von Menschen«, die zum Islam konvertierten, habe »etwas Bedrohliches«, sagte Schäuble und verwies auf die »fanatische Übersteigerung« mancher Konvertiten. Düsteres Rätsel Islam: Sickert die fremde Religion jetzt von innen in die Gesellschaft ein? Nein. Die Islamisierung findet offenbar nicht statt. Die enormen Steigerungsraten sind – alle Indizien sprechen dafür – Fantasiezahlen. Das Institut mit dem pompösen Namen erweist sich als Einmannbetrieb samt ein paar Hiwis, deren Erhebungen sowohl Muslime als auch Islamforscher jede Seriosität absprechen. Erhellend waren die Medienberichte und die Schäubleschen Warnungen dennoch – als Lehrstück für den Umgang mit Fakten und Zahlen zur zweitgrößten Religion in Deutschland.
Ich für meinen Teil bin gehörig beunruhigt. Wenn es so leicht ist, Angst zu schüren, wenn Journalisten die einfachsten und wichtigsten Grundregeln verletzen und wenn ein Innenminister die Verfassung mittels solcher manipulativer Kräfte aushält, dann läuft etwas gehörig falsch. Drei Zeitungen haben hier ihre Verantwortung als vierte Gewalt nicht wahrgenommen. Und was Schäuble vor hat, dass will ich mir gar nicht ausmalen. Ja, ich werde Schäubophob.
Sonntag, 22. April 2007
Nachtrag: Na ja: Es war vielleicht doch kein Islamist!
Während man sich bei PI ob dieser Nachricht wohl sicherlich keinen Fehler eingestehen wird, macht mein Herz doch einen kleinen Luftsprung. Wie es Einige und auch meine Wenigkeit irgendwie schon ahnten, ist Cho Seung Hui, der Mörder von Blacksburg, nicht identisch mit Chi Seung Ismail Hoo, den eine gewisse Gudrun Eussner bei flickr gefunden haben will.Yes, the murderer name (Cho Seung Hui) had a very similar name to his name, Cho Seung Hoo. Please note to the HOO and the HUI in their names.
Das hat die vermeintliche Mittäterin und Freundin des Mörders Eldarossel (man erinnert sich: el dar os sel steht für "Haus des Friedens"= Islamistin) höchstpersönlich klar gestellt. Und sogar die amerikanische Ein-Mann-Variante von Pi, Debbie Schussel, hat ihre Anschuldigungen zurückgezogen.
Gut, dass es noch genug Menschen gibt, die sich auch für Tatsachen und Fakten interessieren. Für PI und Konsorten gilt wohl eher:
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren sie mich nicht mit Tatsachen.
Mittwoch, 18. April 2007
Na klar doch: Es war ein Islamist!
Denn im letzten August fügte eine indonesische Muslima, die vermutlich in den USA lebt, den späteren Massenmörder ihrem Fotoalbum bei flickr.com als einen ihrer Freunde hinzu. Die offenkundig gläubige Dame nennt sich "Eldarossell", was Gudrun Eussner zu "El dar os sell" auflöst. "Haus des Friedens", synonym für Islam, in indonesischer Schreibweise.
Abgesehen von der meisterhaften Dechiffrierung des Decknames der Kontaktfrau (wann kommt sie wohl als Helferin für den Amoklauf ins Gespräch?) hat man also noch eine Spur: Jemand bei Flickr heißt genau so wie der Amokläufer! Ein Glück, dass Flickr nur von wenigen Millionen Menschen weltweit genutzt wird, da kann es bestimmt nur der Cho Ismail Seung-Hui aus Blacksburg sein. Aber in seinem Namen steckt ja überhaupt der überführende Beweis: Der Junge ist schon vor längerer Zeit zum Islam konvertiert. Folglich kann er nur ein Terrorist sein, denn wie PI uns regelmäßig lehrt: Alle Anhänger des Islam sind böse, böse, böse! Leider hat PI in seiner vorbildlichen Recherchearbeit wohl vergessen, einfach mal den Namen Ismael nachzuschlagen. Was fällt uns da auf!?
Bei Herman Melville steht Ismael, zuerst in dem Roman Redburn und schließlich in Moby Dick, wo der Erzähler, dessen wahrer Name nicht mitgeteilt wird, sich Ismael nennt, für den aus der Gesellschaft Ausgestoßenen. (wikipedia.de)
Natürlich ist die Wikipedia auch längst von Islamisten infiltriert. Aber vielleicht hat sich der Student diesen Namen ja auch gegeben, weil er sich als Ausgestoßener fühlte? Im Übrigen ist der Name bei amerikansichen Quäkern sehr beliebt.
Wann nur bekommt jede Zeitung, jeder Fernsehesender in diesem Land einen PI-Berater zur Seite gestellt - dann wären die Nachrichten wirklich reif fürs Kabarett!
Sonntag, 15. April 2007
Islamophobie
Britische Banken wollen ihren Kunden keine “Sparschweine” mehr anbieten, weil Schweine im Islam als unrein gelten.Beunruhigend, dass ein Journalist so etwas in einem angesehenen Magazin wie dem Spiegel verbreiten darf, denn die Behauptung ist schlichtweg falsch, wie man hier nachlesen kann.
In Anbetracht dieser islamfeindlichen Stimmung, die nicht zwischen Islamisten und den Otto-Normal-Gläubigen unterscheiden will, werde auch ich künftig versuchen, dieser Propaganda etwas entgegen zu setzen. Zivilcourage ist nicht nur gegen die alten rechten Klischees gefragt, sondern auch gegen die neuen Feinde der multikulturellen, demokratischen Gesellschaft.
Im Folgenden noch einige Empfehlungen, die auch am linken Rand unter "Gute Blogs" zu finden sind:
Brodaganda - Deckt Broders unwahre Aussagen auf
Islamophobia Watch - dokumentiert den Antiislamismus weltweit
Watchblog Islamophobie - deutschsprachig